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Um Klimaschutz und einen möglichen Kiesbabbau geht es im neuen Stück „Kiesgold - Aufstand im Altdorfer Wald“ des „Theater ohne Namen“ (TON). Theatermacher Peter Schmid befasst sich in seinem neuen Stück nicht nur mal wieder mit einem aktuellen politischen Thema aus der Region, er hat sich für die drei Aufführungen in Biberach auch einen ganz besonderen Spielort ausgesucht. Und auf besondere Mitspieler darf sich das Publikum auch freuen.
Seit einiger Zeit besetzen junge Menschen in Baumhäusern Teile des Altdorfer Walds im Kreis Ravensburg. Das rund 80 Quadratkilometer große Waldgebiet im Herzen Oberschwabens ist zuletzt nicht nur für den Bau von Windkraftanlagen interessant geworden, sondern zumindest in Teilen auch für den Kiesabbau. Samuel Bosch ist einer der Klimaaktivisten, der in einem Baumhaus bereits seit rund drei Jahren gegen den Kiesabbau protestiert. „Mit ihm und einigen seiner Mitstreiter habe ich mich getroffen und mir ihre Positionen erläutern lassen“, sagt Peter Schmid, selbst lange Jahre Fraktionsvorsitzender der Grünen im Biberacher Gemeinderat.
Kiesbarone versus Baumbesetzer
So entstand die Idee zu dem Stück, dass auf satirische, humorvolle, aber auch kritische Weise den gesellschaftlichen Konflikt um den Altdorfer Wald beleuchtet. Hier die Baumbesetzer, dort die „Kiesbarone“. Hinzu kommen ein Bürgermeister, der um seine Trinkwasserversorgung fürchtet, jede Menge sprechender Bäume und ein Wetterexperte der vor den Folgen des Klimawandels warnt: Roland Roth von der Wetterwarte Süd aus Bad Schussenried.
„Dass es mir gelungen ist, dass sowohl Samuel Bosch und einige seiner Aktivisten sowie Roland Roth in dem Stück mitspielen, freut mich besonders“, sagt Peter Schmid. Besonders ist auch der Ort, an dem das Stück in Biberach dreimal zu sehen ist: der „Sparkassen Dome“, die Kletterhalle an der Hans-Liebherr-Straße, die vom DAV Biberach betrieben wird.
Baumhaus hängt in der Kletterhalle
Die Verantwortlichen des DAV waren sofort aufgeschlossen für das Projekt. „Klima- und Umweltschutz sind auch unsere Ziele“, sagt Sandra Ott, Schatzmeisterin beim DAV Biberach. Sie kümmert sich zusammen mit Iris Scheiffele und Christoph Walker, die die Kletterhalle leiten, um die Umsetzung des Theaterprojekts. „Für uns ist es etwas Besonderes, in der Kletterhalle auch kulturelle Veranstaltungen anzubieten und Publikum zu erreichen, das bisher vielleicht noch nie bei uns war“, sagt Sandra Ott.