Wandern & Bergtouren

Berichte und Wissenswertes

Berichte und Wissenswertes

Nachfolgend berichten wir in Auszügen über das Erlebte in den letzten Monaten. 

Wanderung im Schmiechtal

 

 Hermann Schiebel   

Sonntag 24. April, es stand eine Wanderung im Schmiechtal und auf den Höhen rund um Justingen an. Der Wetterbericht gar nicht so schlecht. Vielleicht mal kurze Regenanteile mit unter 1 Ltr./m², also zu vernachlässigen. Nach einer angenehmen Zugfahrt über Ulm und dann mit der SAB in Richtung Münsingen war in Hütte der Ausstieg. Kurzer Anstieg und schon war die Bärentalhöhle erreicht. Dann der Anstieg durch das enggeschnittene Bärental hinauf und im Bogen weiter zur Burgruine Justingen. Auf dem Weg begleitet uns immer der Ruf des Buchfinken und die Hänge waren bunt vom Fingerkraut. Nach der Besichtigung der Ruine und den Tiefblicken ins Schmiechtal führte der Weiterweg über die Schlosskapelle hinüber, hier begleitete und der Ruf der Feldlerche, zum Wasserhochbehälter der ersten Albwasserversorgung von 1870 bis 1872 erbaut. Da das Wetter sich nicht so ganz an den Wetterbericht hielt machten wir die Mittagspause in einer unnütz herumstehenden Bushaltestelle. Am Sonntag gibt es von hier nicht eine Busverbindung und da soll man auf den ÖPNV umsteigen ? Der Abstieg in das Schmiechtal an einem großen Wegkreuz vorbei und den Waldabstieg hinunter gestaltete sich von ober herunter recht nass. Unser nächstes Ziel war die historische Pumpstation in Teuringshofen zur oben genannten Albwasserversorgung. Eine große technische Leistung und eine noch größere Erleichterung für die Lebensumstände der Menschen auf der Albhochfläche. Da der Regen nicht nachlassen wollte, ging es eilends zurück zum Bahnhof in Hütten und der Zug um 14:59 wurde zur Rückfahrt über Schelklingen, Ulm nach Biberach genutzt. Es war eine nasse aber deshalb nicht weniger interessante Wanderung die uns vor Augen führte, dass wir nicht aus Zucker sind.

Frühjahrstour auf den Gimpel (2173m)

Auch wenn Anfang April nochmals bis in tiefe Lagen herab Schnee lag, der Winter war in den Bergen schneearm. Mancher Berggipfel ist inzwischen auf der Südseite völlig schneefrei.

Auch wenn die Sonne lockt, Frühjahrtouren in den Bergen müssen gut geplant sein. Das Ziel muss sorgsam gewählt werden und die Bergsteiger sollten über die notwendige Erfahrung sowie eine angemessene Ausrüstung verfügen.

Eine Gemeinschaftstour mit dem DAV ist in diesem Fall eine sichere Option, denn die Touren werden von erfahrenen Tourenleitern geführt.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es früh morgens ins Tannheimer Tal. Der Gimpel ist einer der markanten Kletterberge im Tannheimer Tal und mit seinen 2173m der zweithöchste Gipfel dort.

Die gut 1000 Höhenmeter Aufstieg beginnen gemütlich mit dem gut ausgebauten Weg zum Gimpelhaus. An der noch geschlossenen Schutzhütte vorbei geht es weiter aufwärts ins Gimpelkar. Diese Mulde, welche von Felswänden umrahmt wird, ist oft bis weit in den Sommer hinein mit Altschneeresten bedeckt. Über Schneefelder und Geröllhänge ging es nun teilweise etwas mühsam hoch zum Wandfuß des Gimpels. Von hier sind es immer noch gut 250 Höhenmeter bis zum Gipfelkreuz. Bevor hier der Kletterspaß begann, hieß es zuerst mal: Helm aufsetzen! Besonders im Frühjahr liegt viel loses Gestein auf dem Fels. Dieses wird dann schnell mal unabsichtlich losgetreten und kann zum gefährlichen Geschoss werden.

Dies war bei der Tour der Biberacher Gruppe zum Glück nicht der Fall und alle konnten genussvoll am warmen Fels des Gimpels nach oben steigen. Zwischendurch gings dann moderat ansteigend über dem schmalen Ostgrat über kleinere Schneefelder zum endgültigen Anstieg zum Gipfel, welcher auch nur kletternd erreicht werden kann.

Herrliche Aussicht auf das Gipfelmeer im Süden und tief unten im Norden die Ostallgäuer Seen und dann noch die einzigen Bergsteiger unterm Gipfelkreuz! Was kann es Schöneres geben?

Irgendwann ging es doch herunter Richtung Tal. Konzentriert wurde auf dem selben Weg hinuntergeklettert und auf den Schneefeldern im Gimpelkar konnte man mühelos und schnell nach unten gleiten.

Ende April schon auf fast 2200 m Höhe zu steigen macht natürlich Lust auf weitere Touren und deshalb wurden beim Abstieg fleißig Pläne für weitere Bergtouren geschmiedet. Das Tourenprogramm der Sektion Biberach bietet für alle etwas.

Claudia Klausner

Wanderung zur Ruine Rauber
und Burg Teck

 

Treffpunkt 7:30 Uhr in Biberach, 10 Personen.

Ziel: Das Ziel ist eine Wanderung über die Ruine Rauber zur Burg Teck oberhalb des Lenninger Tales am Rande der Schwäbische Alb bei Kirchheim/Teck bei viel Sonne und frühlingshaften Temperaturen.

Organisiert und durchgeführt von unserer Tourenleiterin Valerie Wörz.

Die Fahrstrecke über Ehingen, Schelklingen, Justingen, Schopfloch bis Parkplatz Rauberweide bei Ochsenwang lässt uns erahnen was für ein toller Tag es wird. Am Parkplatz ein Schild: „Alpiner Steig“. Für uns, alle Bergerfahren, kein Problem. Es ist sehr trocken. Aber, wenn es nass ist wird es glitschig! Die Bäume haben noch keine Blätter, so geniessen wir die Aussicht ins Tal und auf den Breitenstein. Wir erreichen eine Lichtung mit einem der letzten Privatfriedhöfe Baden-Württembergs. Idyllisch. Es geht weiter auf einem felsigen Kamm Richtung Ruine Rauber, auch untere Diepolsburg genannt. Über einen Holzsteg betreten wir die Ruine und sehen zum ersten Mal die Burg Teck. So nah und doch so weit… Wir besichtigen die Bergruine und steigen anschliesend steil zum Sattelbogen hinab. Der Sattelbogen verbindet den vorgezogenen Teckberg mit der südlich gelegenen Schwäbischen Alb. Wieder Bergauf, an Frühlingsblumen wie Veilchen, Lerchensporn, Schilla (Blaustern), Anemone und Bärlauch vorbei. An den Gelben Felsen gibt es einen einzigartigen Blick auf das Lenninger Tal. Weiter, an dem alten Segelflieger-Startplatz vorbei. Früher hat man hier über eine Betonrampe die Segelflieger, mit  Flügeln abmontiert, an einer Seilwinde hochgezogen. Am Zugang zur Burg bestaunen wir den Blick Richtung Stuttgart, Plochingen, Hohem Neuffen und die drei Kaiserberge: Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen. Im Innenbereich der Burg bietet der Kiosk alles was man sich wünscht. Auf allen Seiten die schönsten Aussichten. Gut ausgeruht geht es weiter. Wir steigen bis zum Sybillenloch ab. Eine Höhle direkt unterhalb der Burg. Nun wandern wir immer leicht Bergab. Dann sehen wir die Reste der Betonrampe für die Segelflieger. Zurück zum Sattelbogen und lange Bergauf. Bis zum oberen Diepolsberg und zurück zum Parkplatz. Am Schluss wird bei Schopfloch eingekehrt und bei Kaffee und Küchen die schöne Frühlingssonne genossen bevor es wieder Richtung Heimat geht.

Hermann Schiebel    

Wattwanderung

Wanderung auf dem Wattwanderweg bei Baltringen

Die Wandern und Bergsteigen Gruppe der Sektion Biberach des DAV war am Samstag 22. Januar unter sachkundiger Führung von Franz Liesch auf dem Wattwanderweg bei Baltringen unterwegs.

Was heisst hier Wattwanderung mitten in Oberschwaben ? Ja es ist richtig, wir waren unterwegs im  Molassemeer  vor 18 Millionen Jahren. Los ging es beim Rathaus von Baltringen. Nach einer kurzen Einführung durch Franz Liesch erfolgte ein kurzer Anstieg am Rathaus hinauf zu einem Waldspielplatz hinter dem sich ein kleiner Steinbruch verbirgt, in dem die verschiedenen Schichten sehr gut, wie in einem Buch nicht von links nach rechts sondern von unten nach oben, ablesbar sind.

Neben den Ablagerungsschichten können auch Strömungen, die Tide und sämtliche Störungen z.B. durch Erdbeben sehr gut erkannt werden. Verwendung fand der Sandstein als Baumaterial bis hin zum Ulmer Münster. Der feine Sand fand Verwendung als Scheuersand in den Haushalten. Vom Wäldchen auf der Ostseite von Baltringen führte der Weg über die Hochebene in Richtung Mietingen. Über einem kleinen Hügel erscheint die St. Jakob Kapelle im Blickfeld. Unser Weg trifft am Ortsanfang von Mietingen am Heggbacher Weg auf die Sandkeller. Bei einer Themperatur von ca. 7°C sind diese ideale Lager für Gemüse und Kartoffeln. Durch den Ort führte der Weg zur Westseite von Mietingen und damit zu einem Punkt der neueren Geschichte mit dem Baltringer Flugplatz. Kurz nach der Machtübernahme durch Hitler wurde hier ein Militärflugplatz eingerichtet und ca. 1000 junge Soldaten stationiert. Dieser Flugplatz diente als wichtiger Stützpunkt beim Angriff auf die westlichen Länder. Nach dem Einstellen der dortigen Kampfhandlungen diente der Flugplatz als Ausbildungsstätte für junge Piloten. Heute sind noch die ehemalige Flugwerft und das Funkergebäude erhalten. Unser Weg geht über den Baltringer Weg zurück zum Ausgangspunkt wo auf dem Friedhof noch der bearbeitete Sandstein besichtigt werden konnte. Es hat sich wieder einmal gezeigt, nicht die Enfernung zum Wohnort ist entscheidend um ein tolles Erlebnis zu haben. Unser Dank gilt Franz Liesch für seine Erläuterungen und unserer Tourenleiterin Monika Schumacher für die Idee und Organisation.

Hermann Schiebel    

Tour in die Allgäuer Berge

Eine erlebnis- und abwechslungsreiche Tour am Dienstag 19. Oktober 21 mit herrlichem Ausblick auf die Allgäuer Berge

Für das frühe Aufstehen wurden 11 Bergsteiger*innen mal wieder belohnt. 

Viele Föhnwolken waren unterwegs und das Firmament zeigte sich  feurig, farbig. Mit diesem tollen Start in den Tag begann unsere Fahrt nach Oberstorf. Ein paar Schritte vom Parkplatz entfernt, fuhren wir weiter mit dem Bergsteigerbus zum Christlessee. Hier stieg der Weg durch das imposante Hölltobel nach Gertruben auf. Über exponierte Aussichtskanzeln bekamen wir einen tiefen, eindrucksvollen Einblick in die Schlucht. Hier stürzt der Dietersbach als ein gewaltiger Wasserfall in den engen dunklen Kessel, der einen wirklich „höllischen“ Eindruck erweckt.Im malerischen Gerstruben angekommen verweilten wir einige Minuten, um das geschichtsträchtige Bergbauerndorf zu bestaunen.Die Tour führte leicht aufsteigend weiter über Bergwiesen, zum Teil leicht mit Schnee bedeckt und an Latschenkiefern vorbei zum Gipfel des Hahnenkopfes. Aufgrund vieler Wurzeln  musste man auf jeden Fall trittsicher sein. Die letzten Meter auf felsigem Untergrund, erforderten bei leichter Kletterei schon einmal eine Hand zur Hilfe. Vom Gipfel hatte man den herrlichen Rundblick vom Nebelhorn bis zur Trettachspitze und Mädelegabel, den wir alle wohl verdient hatten. Gut gestärkt und nach einem leichten Graupelschauer ging es  erst über  Viehweiden an der Lugenalpe vorbei, hinab  zum Oytalhaus. Auf dem letzten steilabfallenden  Waldsteig musste man sich noch mal konzentrieren. Bei Kaffee und Kuchen oder einem kühlen Bier erholten wir uns wieder. Der krönende Abschluss war natürlich die letzten 6 km per Bergroller und mit Helm geschützt, zurück nach Oberstorf ins Tal zu „rollern“.

Danke an unsere  patente Tourenleitein Moni für dieses tolle Erlebnis, das einfach nur Spaß gemacht hat. Den feurig, farbigen Sonnenuntergang erlebten wir nochmals auf dem Heimweg!

Elsbeth Witt

Wanderwoche im Südschwarzwald – „Vom Feldberg zum Hochblauen“

Vom Montag, den 13. September 2021 bis zum Freitag 17. September 2021.

Wir starteten bei wunderschönem Wetter unsere Fahrt nach St. Märgen im Schwarzwald. Außer dem Tourenleiter waren die weiteren 5 Teilnehmer bislang noch nie im Schwarzwald wandern. 

Die Begeisterung war natürlich umso größer, als wir am Nachmittag auf dem Panoramaweg von St. Märgen nach St. Peter die herrliche Aussicht über den Schwarzwald bis hinunter ins Rheintal genießen konnten. Die anschließende Führung durch die Barockkirche, die Rokokobibliothek und den Fürstensaal der Klosterkirche St. Peter war ein weiteres Highlight dieses ereignisreichen Tages. 

Am nächsten Tag führte unsere Wanderung über Hinterzarten auf den Feldberg und zu unserem Tagesziel dem Notschrei. Angenehm überrascht waren wir, dass abseits des Touristenhotspots Feldberg kaum Wanderer unterwegs waren.

Leider kündigte sich am dritten Tag der in diesem Wanderjahr unumgängliche Regen an. Wir konnten jedoch durch unseren umsichtigen Tourenleiter und mit Hilfe des kostenlosen ÖPNV für Gäste doch noch einen tollen Tag erleben. Nachdem wir bis zum Wiedener Eck bei auffrischender Feuchtigkeit wanderten, besuchten wir anschließend Jogi Löws Heimat mit der natürlich unvermeidbaren Degustation des vielleicht „größten“ Stücks pro Person einer Schwarzwälder Kirschtorte. Diese Stärkung half uns dann locker über einige Hügel und Mulden bis zum Etappenziel dem Haldenhof.

Der vierte Tag erwies sich als sehr ungemütlich, da das Wetter trotz der Vorhersage eines Wetterpropheten doch kein Zwischenhoch aus dem Süden lieferte. Kurz und gut es regnete ausdauernd und heftig. Unserer Stimmung gab das überhaupt keinen Dämpfer und so wanderten wir vom Haldenhof in Richtung Badenweiler. Selbst eine Regenwanderung durch nebelverhangene Bergwälder hat ihren Reiz. Die Krönung des Tages war der Besuch der Cassiopeia-Therme in Badenweiler.

Leider war am nächsten Tag unsere „Wanderwoche“ schon fast zu Ende. Nach einer abwechslungsreichen Fahrt erreichten wir den Titisee. Von dort erklommen wir mit neuem Elan den Hochfirst, der uns mit Sonnenschein und ausgezeichneter Fernsicht einen tollen Abschluss der Wanderwoche bescherte. Die Tour war absolut gut geplant und wird vielleicht bei manchem Teilnehmer weitere Wandertage im Schwarzwald folgen lassen.

Bericht und Fotos Oliver Diebold 

Sicher in den Bergen

Unterwegs mit dem Grundkurs Bergsteigen des DAV; 06 August 2021.

Die Idee einen Grundkurs Bergsteigen für Alpenvereinsmitglieder und auch für Nicht-Vereinsmitglieder anzubieten ist nicht neu. Im vergangenen Sommer entdeckten viele Menschen die Berge. Die Alpen waren so voll wie noch nie. Man konnte in den Medien Bilder von überfüllten Ausflugszielen bestaunen. An Bergbegeisterte welche noch wenig Erfahrung mit den Bergen haben, richtete sich der Grundkurs Bergsteigen. Dieser Kurs sollte den Teilnehmern die wichtigsten Grundlagen vermitteln, um sicher und mit Genuss in den Bergen unterwegs zu sein.

Die Nachfrage war so groß, dass der Grundkurs zweimal stattfand. Insgesamt 15 Teilnehmer zwischen 12 und 82 Jahren ergatterten einen Platz. Der Grundkurs Bergsteigen bestand aus einem Theorieabend und einem Bergwochenende auf der Saarbrücker Hütte in der Silvretta.

Wer sicher in den Bergen unterwegs sein möchte, benötigt ein gewisses theoretisches Wissen über die richtige Tourenplanung. Aber auch die Orientierung und das Wetter sind Faktoren, welche wichtig für eine gelungene Bergtour sind. Diese Basics waren Inhalte des Theorieabends.

Am Samstag war die Gruppe gemeinsam unterwegs, um unter fachkundiger Anleitung Erfahrungen in unterschiedlichen Gelände zu sammeln. Die richtige Gehtechnik, das Erkennen von Risiken, und hilfreiche Tipps von einer erfahrenen und ausgebildeten Tourenleiterin des Alpenvereins waren die zentralen Inhalte des Samstages.

Die direkte Umgebung der Saarbrücker Hütte bietet hier das perfekte Übungsgelände: von Wanderwegen unterschiedlicher Schwierigkeit, über Schotter, Fels und Steilgras, bis zum Schneefeld ist hier alles zu finden. Besonders die Übungen auf dem Schneefeld beeindruckten die Teilnehmerinnen. Durchaus berechtigt, hatte mancher gehörigen Respekt vor dem Schneefeld. Das queren des steilen Schneefeldes, das richtige Auf- und Absteigen, das Abfahren und dann natürlich das Abbremsen von Stürzen wurde geübt.

Weiter ging es teils weglos über steile Schotterhänge über den Litzner Sattel. Eine kleine Felswand im Verhupftäli war der perfekte Ort um Klettereien im 1er Gelände auszuprobieren. Ein paar Teilnehmer wagten sich auch in den schwierigeren Bereich der Felswand. Immer wieder wurde das Wetter beobachtet und mit Hilfe der Karte der eigene Standort bestimmt.

Am Sonntagvormittag stand das richtige Verhalten im Alpinen Notfall auf dem Lehrplan. Dieser Teil bestand aus einer praktischen Übung und anschließender Reflektion in der Stube der Saarbrücker Hütte.

Claudia Klausner

DAV Biberach begeht Augsburger Höhenweg

Begehung des Augsburger Höhenweges vom 22. Juli bis 24. Juli 2021.

 Der 1910 von der DAV Sektion Augsburg angelegte „Augsburger Höhenweg“ im Herzen der Lechtaler Alpen gilt aus einer der schwersten und anspruchsvollsten Höhenwege überhaupt.

Diese bergsteigerische Herausforderung und vor allem die grandiose Landschaft führte 5 Bergsteiger der DAV Sektion Biberach in die Lechtaler Alpen.

Die Tour begann in Flirsch am Arlberg. Von dort ging es mit dem Bus nach Pians bei Landeck. Hoch über den Dörfern Pians und Grins liegt die Augsburger Hütte. Der Aufstieg von mehr als 1400 Höhenmetern zum ersten Etappenziel entlang des wilden Gasillbaches ist eine schöne Einstimmung auf den Augsburger Höhenweg. Auf einer aussichtsreichen Felskanzel am Gatschkopf thront die Augsburger Hütte hoch über dem Stanzer Tal und bietet einen grandiosen Fernblick zu den Gipfeln des Ötztales, der Silvretta und dem Verwall.

Noch mehr als die Aussicht beeindruckte die Biberacher Bergsteiger die Gastfreundschaft des Hüttenteams der Augsburger Hütte. Schon auf der Terrasse wurden sie mit einem Schnapserl begrüßt. Diesem folgte dann ein erstklassiges 5 Gänge Menü. Das hohe Niveau des Essens auf der Augsburger Hütte ist für eine Hütte, welche nur mit dem Hubschrauber versorgt wird sehr ungewöhnlich.

Am anderen Morgen ging es hervorragend gestärkt mit selbstgebackenem Brot und frisch gebackenem Hefezopf des engagierten Hüttenteams los. Statt des ruppigen Weges durch die Gasillschlucht entschied sich die Gruppe für einem Abstecher über den 2945m hohen Gatschkopf. Dies bedeutete zwar zusätzliche Höhenmeter, aber auch weitere beeindruckende Ausblicke in die einsame und grandiose Bergwelt der Lechtaler Alpen.

Vom Gatschkopf ging es hinab zum Griner Ferner, einem kleinen Gletscher. Dieser war das ideale Übungsgelände um die Steigeisen und Pickel auszupacken und um sich mit der Ausrüstung vertraut zu machen. 

Zuerst mal war jetzt jede Menge Kondition gefragt, denn es ging nun ordentlich aufwärts. Über den Bocksgartensattel führte der Weg zum höchsten Punkt der Tour: dem 2968m hohen Dawinkopf. Dabei mussten die vier Frauen und der einzige Mann der Gruppe ganz schön zupacken, denn beladen mit großen, schweren Rucksäcken war der Gipfel nur kletternd zu erreichen. Von hier aus sieht man schon das Ziel des Tages, die Ansbacher Hütte. Der Weg dahin ist aber noch sehr, sehr weit.

Der Abstieg in die mit Drahtseilen gesicherte Gelbe Scharte, berüchtigt für ihr steiles Schneefeld, meisterten alle mit Bravour. Der nächste Abschnitt, die Querung des extrem steilen Geröllhanges unterhalb der Eisenspitze ist sicherlich nicht das, was man als angenehmen Wanderweg bezeichnet. 

Nach dem langen Marsch über Fels und Geröll freut man sich über den grünen, blühenden Hang unterhalb des Griesmuttekopfes. Aber schon bald wird der Weg wieder sehr anspruchsvoll: über steile Geröll- und Schneefelder muss man sich einen Weg suchen um die Flanken des Schwarzlochkopfes und des Stierlochkopfes zu queren. Wenn man die wilde Ostseite des Grießlbaches geschafft hat, geht es deutlich entspannter über grüne Matten hoch zum Winterjöchel. Aber auch von hier ist es immer noch ein ordentliches Stück zur Ansbacher Hütte.

Als die Biberacher Bergsteiger Gruppe die auf fast 2400m höhe gelegene Ansbacher Hütte erreicht, ist die Vorfreude auf erfrischende Getränke und leckeres Essen groß. Dieser Wunsch wird auch hier zu aller Zufriedenheit erfüllt.

Bevor es am nächsten Tag zurück ins Tal zum in Flirsch geparktem Auto geht, ist ein schneller Abstecher auf die 2624m hohe Samspitze, dem Hausberg der Ansbacher Hütte Pflicht. Von hier aus hat man einen tollen Ausblick auf den Augsburger Höhenweg und die ihn umgebenden wilde und imposanten Gipfel: die Parseierspitze, die Feuerköpfe, die Eisenspitze, den Stierlochkopf, die Grießlspitze… wilde Berge soweit das Auge reicht.

Claudia Klausner

DAV-Tour Abendspitze / Galtjoch

Bericht zum 6.Juli 2021

Der Dienstag wird der schönste Tag der Woche, gab der Wetterbericht am Sonntag bekannt. 11 DAV-Wanderer machten sich deshalb auf den Weg ins Lechtal nach Rinnen / Rauth (1262m).

Bei angenehmen Temperaturen ging es auf einem Waldpfad  bergauf zur geschlossenen Ehrenbichler Raaz  Alpe zur ersten Rast. Über blumenreiche Wiesen wurde der Sattel zwischen Abendspitze und Galtjoch erreicht. Ohne Rucksack wurde die aussichtreiche Abendspitze (1962m ) schnell erklommen. Zurück zum Rucksackdepot ging es auf einem Wiesen- und abgewaschenen Gratweg auf das  210 9m  hohe  Galtjoch zur verdienten Mittagsrast. Die Rundumsicht war beeindruckend, Tannheimer, Allgäuer, Ammergauer,  Lechtaler, Ötztaler Berge  und die Zugspitze wurden bestimmt. Nach einem steinigen Abstieg fand die Schlußeinkehr in der  Reuttener Raaz Alpe statt. Der Abstieg erfolgte zum Schluss der Aufstiegsroute. Am Parkplatz angekommen, begann es leicht zu regnen. Der Wetterbericht hatte Recht. Der Dienstag war der schönste Tag der Woche!

Monika Schumacher

Klettersteigbegehung Flimser Stein

Nach genauer Abwägung des Wetterberichtes starteten am Sonntag 4. Juli sieben Personen um den Genuss Klettersteig in Flims am Grap da Flem zu begehen.

Nach einer fast alleinigen Anfahrt am frühen Morgen waren wir bereits um 7:30 Uhr startklar. In der Zwischenzeit war unsere Gruppe auf 8 Personen angewachsen, meine Schwiegertochter war zu uns gestossen um die Tour mitzugehen.

Erst ging es durch den Bergwald in mäßiger Steigung bis zur Rüststelle unter dem Einstieg. Nach dem obligatorischen Partnercheck und kurzen Verhaltensregeln ging es an den Fels und die Leitern. Der Steig folgt im ersten Drittel weitgehend dem Weg des Ersterbauers. Ein Bauer hatte einen Holzsteig durch einen Überhang mit Tunneldurchschlupf gebaut um zwei kleine Wiesenstücke in der Wand heuen zu können. Daher auch die Bezeichnung historischer Klettersteig. Später wurde der Steig für Touristen ausgebaut und dann vor 15 Jahren grundlegend saniert. Über Leitern, Tritte und Planken ging der Weg hinter einer Felsnadel hindurch unter den Überhang um dann in dem Tunnelloch zu verschwinden. Danach erfolgte ein Stück des Weges wieder im Gehgelände. Um einen kleinen Tobel zu überwinden spannte sich darüber eine schwingende Hängebrücke. Den zweite Teil des Steiges stellte eine Leiternfolge in einer ca. 120 m hohen Senkrechten dar. Hier ging es mit viel Luft unter den Sohlen weiter. Paralell dazu bot uns das Wetter alles was es zu wünschen gab. Nebelschwaden die das Ganze gespenstisch gestalteten löste sich mit Sonnenschein und großartiger Tief- und Weitsicht ab. Der Schlussausstieg führte uns durch eine Rinne in gutem Fels bis an die Kante der Felswand. Weitere 200 Hm führten nun über sehr feuchtes Almgelände hinauf zu einen Pausenplatz mit Selbstbedienungs-möglichkeit und großer Aussicht direkt neben dem Almgebäude. Nach einer ausgiebigen Mittagspause erfolgte der Abstieg über den und den Fels gesprengten Weg hinunter nach Bargis. Hier nun erreichte uns der für diese Zeit angekündigte leichte Regen und wir beschlossen ohne Einkehrschwung direkt durch den Bergwald nach Fidaz abzusteigen. Ein kleiner Umweg führte uns dann frühzeitig an das Dorfende, Die letzten 400 m wurden auf der Dorfstraße zurückgelegt, da auch hier der Regen der letzten Zeit Schäden am Weg hinterlassen hatte. Nachdem wir uns die Einkehr verkniffen hatten wurden wir zu einem „Apero“ bei meinem Sohn und Frau in Laax eingeladen um bei interessanten Gesprächen den Tag ausklingen zu lassen.

Saisonstart Bergtouren

Lockdown ohne Ende… zumindest gefühlt. Nichts geht.

Ende Mai endlich eine Perspektive: die Inzidenz sinkt auch im Landkreis Biberach. Und dann im Juni geht es ganz schnell: wir dürfen wieder gemeinsam auf Bergtour gehen.

Sind wir ganz ehrlich, ohne Corona wären wir höchstwahrscheinlich auch nicht viel früher gestartet, denn es liegt immer noch viel Schnee in den Bergen. Oft weniger auf dem Berg, aber in den Tälern um so mehr.

Am Sonntag, den 13. Juni fuhr die erste Gruppe des DAV Biberach voller Vorfreude in den Ammerwald. Die 2085m hohe Hochplatte war unser Ziel.

Aufgrund der ganzen Vorgaben durften nur sechs Glückspilze mit.

Bei noch etwas wolkenverhangenem Himmel ging es nur mäßig ansteigend entlang des malerischen Roggenbachtales. An der Weggabelung nahmen wir die Variante Richtung Hochblasse und Krähe um über den Roggentalgraben zum Fensterl aufzusteigen. Dieser Aufstieg hatte es in sich, denn der Roggentalgraben war noch ein einziges großes Schneefeld. Der sulzige Schnee machte den steilen Aufstieg etwas mühsamer. Auf dem Sattel zwischen Hochblasse und Hochplatte thronte hoch über dem Schneefeld eine riesige Wächte, welche wir umgehen konnten. Um dann war wieder Frühling: Aurikel, Troddelblumen, Krokusse… ein Blumenmeer.

Der Weg führte uns zum Fensterl mit seinem spektakulären Tiefblick Richtung Kenzenhütte.

Jetzt begann der Spass: eine griffige Gratwanderung, zwischen durch ein paar kleine Kletterstellen, solides Drahtseil und als wir dann auf dem Gipfel standen hatte die Sonne sich durchgesetzt und wir durften die Ausblicke genießen. Im Süden die imposanten Geierköpfe und die Zugspitze. Die Aussicht nach Norden ging über die Bayerischen Seen weit ins Unterland.

Der Abstieg erfolgte übers Weitalpjoch. Die zerklüftete Karstlandschaft des östlichen Rückens der Hochplatte versteckte sich immer noch unter ausgedehnten Schneefeldern. Erst auf rund 1600m Höhe waren wir wieder im schneefreiem Gelände unterwegs. Nach einem erosionsbedingt etwas ruppigen Abstieg vom Weitalpjoch trafen wir an der Weggabelung wieder auf den uns schon bekannten Weg entlang des Roggentalbaches. Dieser führte uns zurück zur Ammerwaldalpe.

Claudia Klausner