Wandern & Bergtouren

Berichte und Wissenswertes

Berichte und Wissenswertes

Nachfolgend berichten wir in Auszügen über das Erlebte in den letzten Monaten. 

Wanderwoche im Südschwarzwald – „Vom Feldberg zum Hochblauen“

Vom Montag, den 13. September 2021 bis zum Freitag 17. September 2021.

Wir starteten bei wunderschönem Wetter unsere Fahrt nach St. Märgen im Schwarzwald. Außer dem Tourenleiter waren die weiteren 5 Teilnehmer bislang noch nie im Schwarzwald wandern. 

Die Begeisterung war natürlich umso größer, als wir am Nachmittag auf dem Panoramaweg von St. Märgen nach St. Peter die herrliche Aussicht über den Schwarzwald bis hinunter ins Rheintal genießen konnten. Die anschließende Führung durch die Barockkirche, die Rokokobibliothek und den Fürstensaal der Klosterkirche St. Peter war ein weiteres Highlight dieses ereignisreichen Tages. 

Am nächsten Tag führte unsere Wanderung über Hinterzarten auf den Feldberg und zu unserem Tagesziel dem Notschrei. Angenehm überrascht waren wir, dass abseits des Touristenhotspots Feldberg kaum Wanderer unterwegs waren.

Leider kündigte sich am dritten Tag der in diesem Wanderjahr unumgängliche Regen an. Wir konnten jedoch durch unseren umsichtigen Tourenleiter und mit Hilfe des kostenlosen ÖPNV für Gäste doch noch einen tollen Tag erleben. Nachdem wir bis zum Wiedener Eck bei auffrischender Feuchtigkeit wanderten, besuchten wir anschließend Jogi Löws Heimat mit der natürlich unvermeidbaren Degustation des vielleicht „größten“ Stücks pro Person einer Schwarzwälder Kirschtorte. Diese Stärkung half uns dann locker über einige Hügel und Mulden bis zum Etappenziel dem Haldenhof.

Der vierte Tag erwies sich als sehr ungemütlich, da das Wetter trotz der Vorhersage eines Wetterpropheten doch kein Zwischenhoch aus dem Süden lieferte. Kurz und gut es regnete ausdauernd und heftig. Unserer Stimmung gab das überhaupt keinen Dämpfer und so wanderten wir vom Haldenhof in Richtung Badenweiler. Selbst eine Regenwanderung durch nebelverhangene Bergwälder hat ihren Reiz. Die Krönung des Tages war der Besuch der Cassiopeia-Therme in Badenweiler.

Leider war am nächsten Tag unsere „Wanderwoche“ schon fast zu Ende. Nach einer abwechslungsreichen Fahrt erreichten wir den Titisee. Von dort erklommen wir mit neuem Elan den Hochfirst, der uns mit Sonnenschein und ausgezeichneter Fernsicht einen tollen Abschluss der Wanderwoche bescherte. Die Tour war absolut gut geplant und wird vielleicht bei manchem Teilnehmer weitere Wandertage im Schwarzwald folgen lassen.

Bericht und Fotos Oliver Diebold 

Sicher in den Bergen

Unterwegs mit dem Grundkurs Bergsteigen des DAV; 06 August 2021.

Die Idee einen Grundkurs Bergsteigen für Alpenvereinsmitglieder und auch für Nicht-Vereinsmitglieder anzubieten ist nicht neu. Im vergangenen Sommer entdeckten viele Menschen die Berge. Die Alpen waren so voll wie noch nie. Man konnte in den Medien Bilder von überfüllten Ausflugszielen bestaunen. An Bergbegeisterte welche noch wenig Erfahrung mit den Bergen haben, richtete sich der Grundkurs Bergsteigen. Dieser Kurs sollte den Teilnehmern die wichtigsten Grundlagen vermitteln, um sicher und mit Genuss in den Bergen unterwegs zu sein.

Die Nachfrage war so groß, dass der Grundkurs zweimal stattfand. Insgesamt 15 Teilnehmer zwischen 12 und 82 Jahren ergatterten einen Platz. Der Grundkurs Bergsteigen bestand aus einem Theorieabend und einem Bergwochenende auf der Saarbrücker Hütte in der Silvretta.

Wer sicher in den Bergen unterwegs sein möchte, benötigt ein gewisses theoretisches Wissen über die richtige Tourenplanung. Aber auch die Orientierung und das Wetter sind Faktoren, welche wichtig für eine gelungene Bergtour sind. Diese Basics waren Inhalte des Theorieabends.

Am Samstag war die Gruppe gemeinsam unterwegs, um unter fachkundiger Anleitung Erfahrungen in unterschiedlichen Gelände zu sammeln. Die richtige Gehtechnik, das Erkennen von Risiken, und hilfreiche Tipps von einer erfahrenen und ausgebildeten Tourenleiterin des Alpenvereins waren die zentralen Inhalte des Samstages.

Die direkte Umgebung der Saarbrücker Hütte bietet hier das perfekte Übungsgelände: von Wanderwegen unterschiedlicher Schwierigkeit, über Schotter, Fels und Steilgras, bis zum Schneefeld ist hier alles zu finden. Besonders die Übungen auf dem Schneefeld beeindruckten die Teilnehmerinnen. Durchaus berechtigt, hatte mancher gehörigen Respekt vor dem Schneefeld. Das queren des steilen Schneefeldes, das richtige Auf- und Absteigen, das Abfahren und dann natürlich das Abbremsen von Stürzen wurde geübt.

Weiter ging es teils weglos über steile Schotterhänge über den Litzner Sattel. Eine kleine Felswand im Verhupftäli war der perfekte Ort um Klettereien im 1er Gelände auszuprobieren. Ein paar Teilnehmer wagten sich auch in den schwierigeren Bereich der Felswand. Immer wieder wurde das Wetter beobachtet und mit Hilfe der Karte der eigene Standort bestimmt.

Am Sonntagvormittag stand das richtige Verhalten im Alpinen Notfall auf dem Lehrplan. Dieser Teil bestand aus einer praktischen Übung und anschließender Reflektion in der Stube der Saarbrücker Hütte.

Claudia Klausner

DAV Biberach begeht Augsburger Höhenweg

Begehung des Augsburger Höhenweges vom 22. Juli bis 24. Juli 2021.

 Der 1910 von der DAV Sektion Augsburg angelegte „Augsburger Höhenweg“ im Herzen der Lechtaler Alpen gilt aus einer der schwersten und anspruchsvollsten Höhenwege überhaupt.

Diese bergsteigerische Herausforderung und vor allem die grandiose Landschaft führte 5 Bergsteiger der DAV Sektion Biberach in die Lechtaler Alpen.

Die Tour begann in Flirsch am Arlberg. Von dort ging es mit dem Bus nach Pians bei Landeck. Hoch über den Dörfern Pians und Grins liegt die Augsburger Hütte. Der Aufstieg von mehr als 1400 Höhenmetern zum ersten Etappenziel entlang des wilden Gasillbaches ist eine schöne Einstimmung auf den Augsburger Höhenweg. Auf einer aussichtsreichen Felskanzel am Gatschkopf thront die Augsburger Hütte hoch über dem Stanzer Tal und bietet einen grandiosen Fernblick zu den Gipfeln des Ötztales, der Silvretta und dem Verwall.

Noch mehr als die Aussicht beeindruckte die Biberacher Bergsteiger die Gastfreundschaft des Hüttenteams der Augsburger Hütte. Schon auf der Terrasse wurden sie mit einem Schnapserl begrüßt. Diesem folgte dann ein erstklassiges 5 Gänge Menü. Das hohe Niveau des Essens auf der Augsburger Hütte ist für eine Hütte, welche nur mit dem Hubschrauber versorgt wird sehr ungewöhnlich.

Am anderen Morgen ging es hervorragend gestärkt mit selbstgebackenem Brot und frisch gebackenem Hefezopf des engagierten Hüttenteams los. Statt des ruppigen Weges durch die Gasillschlucht entschied sich die Gruppe für einem Abstecher über den 2945m hohen Gatschkopf. Dies bedeutete zwar zusätzliche Höhenmeter, aber auch weitere beeindruckende Ausblicke in die einsame und grandiose Bergwelt der Lechtaler Alpen.

Vom Gatschkopf ging es hinab zum Griner Ferner, einem kleinen Gletscher. Dieser war das ideale Übungsgelände um die Steigeisen und Pickel auszupacken und um sich mit der Ausrüstung vertraut zu machen. 

Zuerst mal war jetzt jede Menge Kondition gefragt, denn es ging nun ordentlich aufwärts. Über den Bocksgartensattel führte der Weg zum höchsten Punkt der Tour: dem 2968m hohen Dawinkopf. Dabei mussten die vier Frauen und der einzige Mann der Gruppe ganz schön zupacken, denn beladen mit großen, schweren Rucksäcken war der Gipfel nur kletternd zu erreichen. Von hier aus sieht man schon das Ziel des Tages, die Ansbacher Hütte. Der Weg dahin ist aber noch sehr, sehr weit.

Der Abstieg in die mit Drahtseilen gesicherte Gelbe Scharte, berüchtigt für ihr steiles Schneefeld, meisterten alle mit Bravour. Der nächste Abschnitt, die Querung des extrem steilen Geröllhanges unterhalb der Eisenspitze ist sicherlich nicht das, was man als angenehmen Wanderweg bezeichnet. 

Nach dem langen Marsch über Fels und Geröll freut man sich über den grünen, blühenden Hang unterhalb des Griesmuttekopfes. Aber schon bald wird der Weg wieder sehr anspruchsvoll: über steile Geröll- und Schneefelder muss man sich einen Weg suchen um die Flanken des Schwarzlochkopfes und des Stierlochkopfes zu queren. Wenn man die wilde Ostseite des Grießlbaches geschafft hat, geht es deutlich entspannter über grüne Matten hoch zum Winterjöchel. Aber auch von hier ist es immer noch ein ordentliches Stück zur Ansbacher Hütte.

Als die Biberacher Bergsteiger Gruppe die auf fast 2400m höhe gelegene Ansbacher Hütte erreicht, ist die Vorfreude auf erfrischende Getränke und leckeres Essen groß. Dieser Wunsch wird auch hier zu aller Zufriedenheit erfüllt.

Bevor es am nächsten Tag zurück ins Tal zum in Flirsch geparktem Auto geht, ist ein schneller Abstecher auf die 2624m hohe Samspitze, dem Hausberg der Ansbacher Hütte Pflicht. Von hier aus hat man einen tollen Ausblick auf den Augsburger Höhenweg und die ihn umgebenden wilde und imposanten Gipfel: die Parseierspitze, die Feuerköpfe, die Eisenspitze, den Stierlochkopf, die Grießlspitze… wilde Berge soweit das Auge reicht.

Claudia Klausner

DAV-Tour Abendspitze / Galtjoch

Bericht zum 6.Juli 2021

Der Dienstag wird der schönste Tag der Woche, gab der Wetterbericht am Sonntag bekannt. 11 DAV-Wanderer machten sich deshalb auf den Weg ins Lechtal nach Rinnen / Rauth (1262m).

Bei angenehmen Temperaturen ging es auf einem Waldpfad  bergauf zur geschlossenen Ehrenbichler Raaz  Alpe zur ersten Rast. Über blumenreiche Wiesen wurde der Sattel zwischen Abendspitze und Galtjoch erreicht. Ohne Rucksack wurde die aussichtreiche Abendspitze (1962m ) schnell erklommen. Zurück zum Rucksackdepot ging es auf einem Wiesen- und abgewaschenen Gratweg auf das  210 9m  hohe  Galtjoch zur verdienten Mittagsrast. Die Rundumsicht war beeindruckend, Tannheimer, Allgäuer, Ammergauer,  Lechtaler, Ötztaler Berge  und die Zugspitze wurden bestimmt. Nach einem steinigen Abstieg fand die Schlußeinkehr in der  Reuttener Raaz Alpe statt. Der Abstieg erfolgte zum Schluss der Aufstiegsroute. Am Parkplatz angekommen, begann es leicht zu regnen. Der Wetterbericht hatte Recht. Der Dienstag war der schönste Tag der Woche!

Monika Schumacher

Klettersteigbegehung Flimser Stein

Nach genauer Abwägung des Wetterberichtes starteten am Sonntag 4. Juli sieben Personen um den Genuss Klettersteig in Flims am Grap da Flem zu begehen.

Nach einer fast alleinigen Anfahrt am frühen Morgen waren wir bereits um 7:30 Uhr startklar. In der Zwischenzeit war unsere Gruppe auf 8 Personen angewachsen, meine Schwiegertochter war zu uns gestossen um die Tour mitzugehen.

Erst ging es durch den Bergwald in mäßiger Steigung bis zur Rüststelle unter dem Einstieg. Nach dem obligatorischen Partnercheck und kurzen Verhaltensregeln ging es an den Fels und die Leitern. Der Steig folgt im ersten Drittel weitgehend dem Weg des Ersterbauers. Ein Bauer hatte einen Holzsteig durch einen Überhang mit Tunneldurchschlupf gebaut um zwei kleine Wiesenstücke in der Wand heuen zu können. Daher auch die Bezeichnung historischer Klettersteig. Später wurde der Steig für Touristen ausgebaut und dann vor 15 Jahren grundlegend saniert. Über Leitern, Tritte und Planken ging der Weg hinter einer Felsnadel hindurch unter den Überhang um dann in dem Tunnelloch zu verschwinden. Danach erfolgte ein Stück des Weges wieder im Gehgelände. Um einen kleinen Tobel zu überwinden spannte sich darüber eine schwingende Hängebrücke. Den zweite Teil des Steiges stellte eine Leiternfolge in einer ca. 120 m hohen Senkrechten dar. Hier ging es mit viel Luft unter den Sohlen weiter. Paralell dazu bot uns das Wetter alles was es zu wünschen gab. Nebelschwaden die das Ganze gespenstisch gestalteten löste sich mit Sonnenschein und großartiger Tief- und Weitsicht ab. Der Schlussausstieg führte uns durch eine Rinne in gutem Fels bis an die Kante der Felswand. Weitere 200 Hm führten nun über sehr feuchtes Almgelände hinauf zu einen Pausenplatz mit Selbstbedienungs-möglichkeit und großer Aussicht direkt neben dem Almgebäude. Nach einer ausgiebigen Mittagspause erfolgte der Abstieg über den und den Fels gesprengten Weg hinunter nach Bargis. Hier nun erreichte uns der für diese Zeit angekündigte leichte Regen und wir beschlossen ohne Einkehrschwung direkt durch den Bergwald nach Fidaz abzusteigen. Ein kleiner Umweg führte uns dann frühzeitig an das Dorfende, Die letzten 400 m wurden auf der Dorfstraße zurückgelegt, da auch hier der Regen der letzten Zeit Schäden am Weg hinterlassen hatte. Nachdem wir uns die Einkehr verkniffen hatten wurden wir zu einem „Apero“ bei meinem Sohn und Frau in Laax eingeladen um bei interessanten Gesprächen den Tag ausklingen zu lassen.

Saisonstart Bergtouren

Lockdown ohne Ende… zumindest gefühlt. Nichts geht.

Ende Mai endlich eine Perspektive: die Inzidenz sinkt auch im Landkreis Biberach. Und dann im Juni geht es ganz schnell: wir dürfen wieder gemeinsam auf Bergtour gehen.

Sind wir ganz ehrlich, ohne Corona wären wir höchstwahrscheinlich auch nicht viel früher gestartet, denn es liegt immer noch viel Schnee in den Bergen. Oft weniger auf dem Berg, aber in den Tälern um so mehr.

Am Sonntag, den 13. Juni fuhr die erste Gruppe des DAV Biberach voller Vorfreude in den Ammerwald. Die 2085m hohe Hochplatte war unser Ziel.

Aufgrund der ganzen Vorgaben durften nur sechs Glückspilze mit.

Bei noch etwas wolkenverhangenem Himmel ging es nur mäßig ansteigend entlang des malerischen Roggenbachtales. An der Weggabelung nahmen wir die Variante Richtung Hochblasse und Krähe um über den Roggentalgraben zum Fensterl aufzusteigen. Dieser Aufstieg hatte es in sich, denn der Roggentalgraben war noch ein einziges großes Schneefeld. Der sulzige Schnee machte den steilen Aufstieg etwas mühsamer. Auf dem Sattel zwischen Hochblasse und Hochplatte thronte hoch über dem Schneefeld eine riesige Wächte, welche wir umgehen konnten. Um dann war wieder Frühling: Aurikel, Troddelblumen, Krokusse… ein Blumenmeer.

Der Weg führte uns zum Fensterl mit seinem spektakulären Tiefblick Richtung Kenzenhütte.

Jetzt begann der Spass: eine griffige Gratwanderung, zwischen durch ein paar kleine Kletterstellen, solides Drahtseil und als wir dann auf dem Gipfel standen hatte die Sonne sich durchgesetzt und wir durften die Ausblicke genießen. Im Süden die imposanten Geierköpfe und die Zugspitze. Die Aussicht nach Norden ging über die Bayerischen Seen weit ins Unterland.

Der Abstieg erfolgte übers Weitalpjoch. Die zerklüftete Karstlandschaft des östlichen Rückens der Hochplatte versteckte sich immer noch unter ausgedehnten Schneefeldern. Erst auf rund 1600m Höhe waren wir wieder im schneefreiem Gelände unterwegs. Nach einem erosionsbedingt etwas ruppigen Abstieg vom Weitalpjoch trafen wir an der Weggabelung wieder auf den uns schon bekannten Weg entlang des Roggentalbaches. Dieser führte uns zurück zur Ammerwaldalpe.

Claudia Klausner

Herbsttour auf die Rotspitze

04. Oktober 2020

Als Neuling unter den Tourenleitern ist man natürlich froh, wenn man nach der ersten erfolgreichen Tour einen Bericht für die Hompage schreiben darf.

Denn Tourenplanung in Coronazeiten ist alles, außer einfach…  Aber manchmal passt trotz aller Widrigkeiten dann doch alles: das Ziel, das Wetter und die Teilnehmer. Und so starteten am Sonntag, den 04. Oktober 9 berghungrige DAV´ler*innen in Biberach Richtung Allgäu. Das Ziel war Hindelang. Über den Jägersteig und den Häbelesgund ging es 1200 Höhenmeter hinauf auf den felsigen Gipfel der 2033m hohen Rotspitze. Zwischendurch lichteten sich die Wolken und die Sonne wärmte die Gipfelstürmer. Dann durfte auch das beeindruckende Massiv des Großen und kleinen Daumens bewundert werden. Bevor es dann hinunter ins Retterschwanger Tal ging, wurde von der konditionsstarken Gruppe kurzentschlossen noch die benachbarte Heubatspitze mitgenommen.

Dieser versteckte Gipfel ist mit 2008m niedriger als die weithin sichtbare Rotspitze, aber kann dafür mit zwei Namen auftrumpfen: Heubatspitze und Gamsbollenkopf. Als dann alle Teilnehmer*innen in Biberach zufrieden in ihre Autos umgestiegen waren und das Teilauto heil und vollgetankt am Platz stand, durfte ich meine Premiere mit einem guten Gefühl abschließen.

Claudia Klausner

Vom Vilsalpsee – Traualpsee – Schochenspitze – Sulzspitze – Neunerköpfle

17. September

Mit zwei Pkw’s starteten um 6:30 Uhr acht Wanderfreudige in Richtung Tannheimertal. Am Vilsalpsee vergrößerte sich die Gruppe auf 10 Teilnehmer/innen.

Dem Ostufer entlang ging es bis zum Lastenaufzug der Landsberger Hütte. Fasziniert bestaunten wir, wie sich die Bergkette im klaren Vilsalpsee (1168) spiegelte. Der Himmel war leicht bewölkt, so war der steile, stetig ansteigende Weg zum Traualpsee gut zu meistern. Nach einer kurzen Rast machten wir uns auf zur nächsten Etappe. Über eine kurze flache Strecke führte uns der Weg durch eine steile Felsflanke, hinauf zur Landsberger Hütte (1808m). Diese ließ sich nur durch eine rot-weiße Flagge erahnen und zeigte sich erst nach einem sehr kurzen steilen Anstieg. Da die meisten Wanderer die Tour in umgekehrter Reihenfolge beschreiten, lag sie noch recht verschlafen in einer leichten Senke. Ein Alphornbläser begrüßte uns mit seinen melancholischen Tönen, bei denen wir den schönen Blick auf die umliegenden Gipfel genießen konnten. Gestärkt stiegen wir ab zur Lache und wanderten nun auf dem Saalfelder Höhenweg in Richtung Schochenspitze (2058m). Der steile Anstieg belohnte uns mit einem atemberaubendem Ausblick. In der Tiefe schillerten verträumt der Traualpsee, der Vilsalpsee und der Haldensee. Für die vielen Wanderer bietet der Gipfel wenig Platz, deshalb verweilten wir hier nur kurz und hielten am Fuße der Schochenspitze eine längere Rast. Ausgeruht und mit frischer Kraft ging es weiter auf dem Saalfelder Höhenweg zur Sulzspitze (2084m). Diese liegt zwischen Gappenfeldscharte und Strindenscharte. Der Abstecher lohnte sich schon allein wegen der tollen Aussicht. Ein Blick auf die Uhr und in Vorahnung auf Gewitter, die für den Nachmittag vorausgesagt waren, bestaunten wir das wunderschöne Bergpanorama und den Blick ins Tal um dann schleunigst den Abstieg anzutreten. In stetem Auf und Ab leitete uns der Weg von der Strindenscharte zum Neunerköpfle (1864m). In Gedanken auf eine gemütliche Abfahrt mit der Neunerköpflebahn, ließen wir, völlig unbeabsichtigt, den Gipfel des Neunerköpfle rechts liegen und liefen schnurstraks zur Bahn. Die Gondeln schaukelten uns talwärts in freudiger Erwartung auf eine kurze Einkehr. Der Bus, der unsere Fahrer zum Ausgangspunkt bringen sollte, stand, wie bestellt, schon an der Haltestelle. Das kühle Radler ließ nun auch nicht mehr länger auf sich warten und als die Fahrer nach einem kurzen Kampf mit dem Kassenautomat und einer Herde Kühe uns einsammelten, sanken wir müde und zufrieden in die Sitze. Beim Blick zurück sahen wir die Bergkette in den Gewitterwolken versinken. Alles richtig gemacht! Wohlbehalten und glücklich über die erbrachte Leistung kamen wir um 18:30 Uhr wieder in Biberach an.

Autor: Gabi Huchler

Unterwegs auf der Seiser Alm und im Rosengarten

02. - 06. September 2020

In den ersten Septembertagen verbrachten 9 TN der Sektion Biberach des Deutschen Alpenvereins auf der weitläufigen Seiser Alm in den Südtiroler Dolomiten eine abwechslungsreiche Tourenwoche. Standquartier war die gastliche Mahlknechthütte unterhalb des Tierser Alpl auf 2054 m Höhe gelegen.

Schon die Anfahrt (Stein- und Schotterstraße auf den letzten Kilometern) versprach spannende Tage in dieser einzigartigen Landschaft. Vom ersten bis zum letzten Tag hat auch der Wettergott mitgemacht, sicher unterstützt durch die Fürsprache von König Laurin im gegenüberliegenden Rosengarten. Einen ersten Kontakt mit der Gegend brachte am Anreisetag eine 5-stündige Rundwanderung zur Plattkofelhütte mit einem steilen Abstieg über die Zallinger- zurück zur Mahlknechthütte. 
Der zweite Tag führte aufs Tierser Alpl und über die Roßzahnscharte wieder hinab in die Wiesen- und Weidelandschaft der Seiser Alm am Goldknopf. Bei strahlendem Spätsommerwetter stand am 3. Tag die Königsetappe zum Plattkofel auf dem Programm. Das bleiche Dolomitgestein des Berges mit seiner riesigen, geschotterten Südwestplatte, zog die Gipfelstürmer in ihren Bann. 
Am 4. und vorletzten Tag ging es dann in König Laurins Wunderreich zum Rosengarten, der sich in südlicher Richtung erstreckte. Entgegen der vorgeschlagenen Route ins Bärenloch am Ende des Tschamintales hatte sich die Gruppe für ein weiteres Vordringen in den Rosengarten entschieden und ein glazial entstandenes, kiesgefülltes Kar durchquert an dessen Ende die malerische Grasleitenpasshütte am Berg angebaut, besucht wurde. Hier konnte man sportliche Zeitgenossen beobachten, wie sie den höchsten Gipfel dieser Gebirgskette, den Kesselkogel (3004m) zu erklimmen versuchten. Eine verdiente Rast mit frischen Getränken und dem obligatorischen und vorzüglichen italienischen Cappuccino mit der wärmenden September-sonne kombiniert, war der Lohn für die schweißtreibenden Auf- und Abstiege an diesem Tag.

Am Abschlusstag zeigte sich das Wetter nach wie vor in blendender Verfassung beim Aufstieg zum Puflatsch einer großen Wiesenhochfläche am Beginn der Seiser Alm. Hier an der „Engelsrast“ verabschiedete sich die Gruppe von einer begeisternden Landschaft und spannenden Touren.

Autor: Wolfgang Mettenleiter

Bschisser - Ponten im Tannheimer Tal

27. August 2020, Tannheimer Tal.

Vom PONTEN (2045 m) zum BSCHEIßER (2000) - Tannheimer Tal.

Die Tour ging heute anders’rum – WARUM?
Hinauf zum PONTEN durch das PONTENTAL
Am ZIRLESECK das erste Mahl.

Rechts oben steht das Kreuz vom Gipfel.
8 Wanderer erklimmen dessen ersten Zipfel.
Der Grat fällt steil zu beiden Seiten ab,
Doch 7 setzten sich in Trab.
Mit Vorsicht – langsam geht’s zur Spitze
Zum ersten Kreuz – mit inn’rer Hitze.
Ein Schwarzrock pickt uns aus der Hand.
Wir laben uns am schmalen Rand.
Da drüben harrt der 2. Gipfel – „BESCHEISSER“ steht nun auf der Tafel.
Wir ziehen los mit unserem Geraffel.
Herunter und gleich wieder ‚rauf.
Das ist der 2. Gipfel-Lauf.
Von oben sehen wir das „Ziel“.
Nun weiß man, weshalb’s dem Wolfgang heute anders’rum gefiel:
Die WANNENJOCHBAHN besteigen wir gestärkt.
Ganz recht ist uns nun das Gefährt.
Zugspitze, Einstein, Gimpel, Rote Flüh, Gaishorn, Rauhorn, Hochvogel Großer Daumen..
Sie alle grüßen noch einmal
Und die müden Wanderer gleiten wohlbehalten in das Tal.
ANMERKUNG:
Wir haben uns darüber verständigt, dass wohl der BSCHEIßER seinen Namen erhielt, weil er mit seinem 45 m Unterschied zum PONTEN aus der Ferne optisch gleich und gleich hoch erscheint, jedoch haben ihn genaue Messungen entlarvt.

Autor: Christa Czirr

Wandertage auf der Tilisuna Hütte

28. Juli 2020 - 31. Juli 2020, Tilisunahütte.

Vier Tage in der Region Rätikon
Am Dienstag 27.7. fuhren wir mit 2 PKW und weiblicher Dominanz (5 Frauen, 3 Männer) von Biberach über das ländliche Mittelbuch ins Montafon. Von Tschagguns aus ging es mit den Autos steil hoch zum Berggasthof Grabs, welchen wir nach leichter Irrfahrt doch noch erreichten. Das große Gepäck wurde durch den Hüttenwirt übernommen und per Materialseilbahn hochbefördert. Unter der Tourenleitung von Monika Schumacher machten wir uns anschließend auf den Weg von Grabs (1377 m) Richtung Tillisunahütte (2211 m). Es ging über Stock und Stein und grasiges Gelände vorbei an der Alpilaalpe bis zum Tobelsee. 

Hier konnten wir uns bei einer Pause an einer unbeschwerten Jugendgruppe beim Kunstpaddeln und "planschen" erfreuen, und unsere Wasserratte Rosi stürzte sich sogleich ins erfrischende Nass. Es ging über Stock und Stein und grasiges Gelände vorbei an der Alpilaalpe bis zum Tobelsee. Hier konnten wir uns bei einer Pause an einer unbeschwerten Jugendgruppe beim Kunstpaddeln und "planschen" erfreuen, und unsere Wasserratte Rosi stürzte sich sogleich ins erfrischende Nass. Nach einem Gewitterregen kamen wir leicht nass am späten Nachmittag ausgehungert und durstig auf der Tilisunahütte (2207 m) an. Dank Corona Verordnung war es hier relativ ruhig und wir bezogen geschlechtergetrennt unsere zwei Mehrbettzimmer. Am Mittwoch war Regen angesagt, deshalb brachen wir nicht ganz so früh in Richtung der markanten Sulzfluh auf. Zu Beginn ging es noch steil über grasiges Gelände bevor der hier typische gut griffige und zerklüftete Kalkfels mit teilweise riesigen Spalten begangen wurde. Im oberen Bereich mussten wir noch einige Schneefelder überqueren, bevor wir den Gipfel der Sulzfluh ( 2816 m) erreichten. Hier war, wegen starker Wolkenfelder, immer nur für ganz kurze Zeitfenster eine Fernsicht möglich. Bei unserer wohlverdienten Stärkung bettelten auch die frechen "Brotzeitgeier" (Orginalausdruck Moni für die Bergdohlen) was zum Fressen. Beim Abstieg konnte man sich teilweise gleitend über die Schneefelder bewegen. Kurz vor der Tilisunahütte begleitete Moni eine gesundheitlich angeschlagene Teilnehmerin auf die Hütte. Die restliche Gruppe wanderte dann Richtung Grünes Fürkele (2319 m) und wartete hier auf Moni. Dann ging es gemeinsam abwärts Richtung der Sulzfluhhöhlen. In die beeindruckende Chilchhöhli stiegen wir soweit ein bis es nur noch kriechend weitergegangen wäre, und drehten um. Dann ging es flott zurück zur Hütte, wo wir gerade noch rechtzeitig eintrafen um das Nachtessen bestellen zu können. Für Donnerstag wurde warmes Sommerwetter vorhergesagt, deshalb machten wir uns etwas früher auf den Weg, zunächst abwärts. Über den Gruobenpass mit ehemaligem Zollwärterhaus ging es auf dem Rätikon Höhenweg Nord teilweise über Felsen, aber großteils über Alpenwiesen mit einer wunderschönen Vielfalt an blühenden Alpenblumen und Gräsern und mehreren kleinen Seen mit Molchen und Kröten. Unser Ziel, die zackigen Sarottlaspitzen (2383m), hatten wir schon früh vor Augen. Trotzdem war es schwierig eine gangbare Spur im weglosen Gelände zum Ziel zu finden, da diese Tour nicht ausgeschildert und gekennzeichnet ist. Moni und Annette gelang es jedoch meisterhaft uns über leichte Kletterpassagen auf den Gipfel zu führen. Dort wurden wir mit einer überwältigenden Fernsicht auf ein wunderbares Alpenpanorama belohnt. Nach ausgiebiger und genussreicher Rast ging es nach kurzer Kletterpartie über einen steilen Gräser- und Geröllhang abwärts bis auf den Höhenweg. Bei einer kurzen Trink- und Erholungspause am Plasseggenpass konnten wir mehrere Schneehühner beobachten, nachdem wir beim Aufstieg schon eine Gams gesichtet hatten, und im Laufe der Tage auch öfters Murmeltiere (Fellimännli) sehen konnten. Zügig ging es dann Richtung Unterkunft zurück. Am Tilisunasee kühlte sich ein Großteil des Teams noch beim schwimmen ab, bevor es endgültig zur Hütte hoch ging. Für den letzten Tag hatten wir uns noch viel vorgenommen. Schon früh gingen wir zu Beginn den gleichen Weg wie am Vortag und bogen dann Richtung der Kalkfelsen zur Weißplatte (2630m) ab. Bald aber wurden wir von einem Gewitterregen überrascht und mussten den Rückzug antreten. Im Gruobenpass Mini-Zollwärterhaus suchten wir dann Unterschlupf und warteten ab, bis der Regen aufhörte. Zurück auf der Tilisunahütte holten wir dann die zurückgebliebene Teilnehmerin ab und traten nach kurzer Pause den Rückweg an. Hier kamen wir unter anderem auch an einer Gruppe unterschiedlicher Pferderassen vorbei. Am Schwarzhornsattel ging es Richtung Tschaggunser Mittagsspitze (2188 m), welche ein Großteil der Gruppe dann ohne Gepäck erkletterte. Nach kurzer Verschnaufpause und dem obligatorischen Gruppenfoto am Gipfelkreuz, ging es mit nicht ganz leichter Abwärts-Kletterei zurück zum Rest der Gruppe und zu den Rucksäcken. Nach kurzem Vesper wanderten wir über einen Höhenweg mit interessanter Vegetation zurück nach Grabs. Hier kehrten wir noch im Berggasthaus ein und ließen die schöne Mehrtagestour gemütlich ausklingen. Nach Aufnahme des Restgepäckes traten wir die Heimfahrt an und verabschiedeten uns zu Hause alle herzlichst vom tollen Team. Tourenleiterin: Monika Schumacher

Autor: Wolfgang Kramer

Meßkirch- Felsentäle - Sigmaringen

30. Juni 2020, Meßkirch - Donautal - Sigmaringen.

Nach der langen, Corona bedingter Pause, machen wir uns bei schönem Wanderwetter zu zehnt mit Zug und Bus auf den Weg nach Meßkirch.

Durch die Altstadt von Meßkirch und ein Industriegebiet, erreichen wir den Wald und bald das Naturdenkmal Felsentäle. Über Sturmholz kletternd und feuchte Stellen umgehend, kriechen wir durch die Höhle oder durchtreten das Tor. Nach einer Trinkpause wandern wir am Waldrand entlang, zur Verena Kapelle zur Mittagsrast. Der Donau zu, geht es am Golfplatz und durch ein tristes Kieswerk über Inzigkofen zum Amalienfelsen. Leider ist die Badestelle so dicht mit Brennnesseln bewachsen, dass ein Durchkommen und Abkühlen nicht möglich ist. Ein paar Teilnehmerinnen besuchen die Hängebrücke über die Donau, die anderen Wanderer machen es sich auf einer Holzliege bequem. Über einen Wiesenweg und den Donaudamm erreichen wir Laiz und folgen rechts der Donau dem Schaukelweg. Über das ehemalige Gartenschaugelände und einem Stopp an der Eisdiele geht es zum Bahnhof Sigmaringen und mit dem Zug über Aulendorf zurück nach Biberach.

Autor: Monika Schumacher

Abschlusswanderung am und im Donautal

08. Dezember 2019, Donautal.

Am Sonntagmorgen trafen sich 11 Wanderer am Parkplatz in Biberach. Mit Fahrgemeinschaften ging es zur Donau bei Munderkingen. Hier wartet schon ein weiterer Teilnehmer auf die Gruppe. Bei wiedererwarten gutem Wetter, teilweise Sonne, Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und wenig Wind ging es erst durch die sehenswerte Altstadt von Munderkingen hinauf und nach Süden aus der Stadt hinaus. 

Auf einer Gemeindeverbindungsstraße und über Feldwege wird der höchste Punkt der Tour bei Gütelhofen erreicht. Hier bietet sich eine großartige Rundumsicht mit der Schwäbischen Alb, dem Donautal bei Ober-, Untermarchtal und Munderkingen. Auf der Südseite der Blick über die wellige Fläche von Oberschwaben bis zu den Alpen am Horizont. Nun führt der Weg weiter nach Obermarchtal, durch den Ort hindurch und hinab zur Donaubrücke am Wehr. Über der Donau steht fast wie eine Burg das Kloster. Dies war gleichzeitig der Umkehrpunkt unserer Tour, die nun zwischen der Bahnlinie und der Donau zurückführt nach Untermarchtal. Unterwegs wurde die Mündung der Lauter in die Donau passiert. Auf dieser Strecke war sehr gut zu sehen, wie aktiv der Biber in die Landschaft eingreift. Mehr als ein Dutzend Bäume waren frisch gefällt und unter der Eisenbahnbrücke der Lauter hingen mehrere Moosnester der Wasseramsel. Nach eine Pause mit einem kleinen Weihnachtsgeschenk für alle Teilnehmer führte der Weg am schönen Bahnhof von Untermarchtal vorbei wieder hinauf auf die Anhöhe, diesmal nördlich der Donau, und dann hinunter, in einem kleinen Schlenker, nach Algershofen. Hier entspringen die warmen Quellen von Algershofen. Das Wasser kommt ganzjährig mit 16 Grad aus dem Boden. In kurzer Zeit ging es dann über den Kreuzweg der zur Frauenkirche führt zurück zum Parkplatz in Munderkingen. Nach der folgenden Einkehr konnte das Wanderjahr 2019 abgeschlossen werden.

Autor: Hermann Schiebel

Rundwanderung im oberen Linzgau

17. November 2019, Bei Heiligenberg.

Am heutigen Morgen, dem Sonntag 17. November 2019, bin ich mit 12 weiteren Wanderern bei Regen in Biberach gestartet, mit der Animation vom Regenradar im Kopf, dass eine trockene Region nördlich des Bodensees sei. 

Bei der Ankunft in Heiligenberg regnete es noch, kein Wind und keine Sicht in Sicht.....- wir gingen gut beschirmt los. Die Mittagsrast in der barocken Wallfahrtkirche in Betenbrunn war angenehm auf gepolsterten Kirchenbänken mit Fußbodenheizung. Als wir aus der Kirche raus kamen traf die Radarprognose zu, es regnete nicht mehr. Trotzdem  haben wir uns kurz vor 2 Uhr die letzten 5 Kilometer geschenkt und sind Einkehren gegangen. Kurz und bündig: "Größtenteils aussichtslos" - aber gute Stimmung. Alle waren froh, an so einem Schlechtwettertag etwas getan zu haben.

Autor: Monika Schumacher

Felsenweg bei Inzigkofen

22. Oktober 2019, Donautal.

Am 22.Oktober begaben sich 12 Wanderer unter der Leitung von Monika Schumacher auf den Felsenweg bei Inzighofen. Von Laiz aus ging es zunächst kurz an der Donau, dann an der Schleie entlang hinauf zur Ruine Gebrochen Gutenstein, wo mit herrlicher Sicht ins Donautal und die Mündung der Schleie die Mittagsrast erfolgte. Nach dem Abstieg zum Bahnhof Inzighofen führte der erneute Aufstieg durch die verschiedenen sehr beeindruckenden Felsengrotten. 

Vollzählig wurde 2 x die neue Hängebrücke (sehr wacklig) überquert, um die Eremitage der Meinradskapelle zu besuchen. Danach ging es noch über die Teufelsbrücke, die einen herrlichen Blick auf die große Donauschleife bot und über den Amalienfelsen zurück entlang der Donau nach Laiz. Sonnenschein und wunderschöne herbstliche Färbung machten diese Wanderung unvergesslich.

Autor: Wilhelmine Stützle

Wanderwoche Puez - Geisler-Gruppe

14. September 2019 - 18. September 2019, Dolomiten.

Wir starteten bei wunderschönem Wetter unsere Fahrt nach St. Christina im Grödner Tal. Ohne Stau konnten wir die Fahrt genießen und waren bereits um die Mittagszeit in unserer Unterkunft auf der Fermeda Hütte. Am Nachmittag starteten wir zur Seceda (2518m). Am nächsten Tag führte unsere Wanderung über die Regensburger Hütte und die Pizascharte zum Col da la Pieres (2741m). Die Ausblicke zur Brenta- und Adamellogruppe waren beeindruckend und spektakulär.

Der Abstieg über die Sielesscharte, das Roas- und Wasserinnental stand dem Aufstieg in nichts nach. Am dritten Tag umrundeten wir die Geislergruppe über die Mittagsscharte und zurück über die Panascharte. Der Aufstieg über die Panascharte forderte alle unsere Kräfte. Nachdem jedoch auf der anderen Seite immer eine Hütte mit gutem Kaffee und Kuchen zu finden war, ging alles sehr entspannt vonstatten. Der vierte Tag erwies sich mit der Tour zum Monte Pic (2348m) als eine richtig schöne, gemütliche Panoramawanderung. Leider war am nächsten Tag unsere „Wanderwoche“ schon zu Ende. Unsere Unterkunft war in puncto Service, Essen und Gemütlichkeit wohl eher Hotel als nur eine „Hütte“. Die Tour war absolut gut geplant und wird wohl jedem Teilnehmer noch lange positiv in Erinnerung bleiben. Tourenleiter Wolfgang Mettenleiter versprach im kommenden Jahr auf der anderen „Talseite“ zwischen Langkofel und Rosengarten eine Fortsetzung der Dolomitenwanderung anzubieten. Bilder: Erich Dollinger

Autor: Oliver Diebold

Urbeleskarspitze

18. August 2019, Allgäuer Alpen.

Keine leichte aber in meiner Erinnerung nachhaltig beeindruckende Tour. Mein erstes Gipfelerlebnis mit Steinschlaghelm! 
Noch recht müde am frühen Morgen schaukelt uns Adolf Xeller mit seinem VW zum Ausgangsort am Ende von Hinterhornbach, wir queren die Holzbrücke über den Hornbach und parken daneben für einen freiwilligen Obulus.

Zunächst passieren wir das Gatter einer Weide und bergauf den bewaldeten Nordhang der Hornbachkette, unterbrochen durch 4 maliges überschreiten einer neuen Forststraße. Im 2 stündigen Anstieg markieren in teils 500 Hm-Schritten beschilderte Bänke die Höhenmarken und auf denen wir manchmal die gegenüberliegende Hochfläche des Großen Wilden, den majestätisch aufragenden Hochvogel und die zerklüftete Dolomit-Roßzahngruppe anstaunen. Dabei folgen wir dem Pfad zum Kaufbeurer Haus, auf 2007 m, das derzeit renoviert und für ÜN weder geöffnet noch bewartet wird.
Bei unsrer ersten Vesper, gekrönt mit frischem vorort gezapftem Quellwasser genießen wir schon ausgiebig im naturwilden Urbeleskar den Blick auf Urbeleskarspitze, Bretterspitze und Gliegerkarspitze. Wir folgen zunächst dem Pfad auf die Bretterspitze und nehmen den Weg über das Geröllfeld, unsere Stöcke lassen wir am Helmut-Schmidt-Kreuz zurück und erobern dank der roten Markierungen und Steinmännchen Tritt für Tritt unter fachkundiger Anleitung von Adolf Xeller langsam den schroffen Berg mit Händen und Füßen. Mein ungeübtes Auge verirrt sich immer wieder in den bröckeligen Steilstufen ,ständig fragen wir uns: “wo geht es weiter“. Ca 14:20 Uhr erreichen wir das Gipfelkreuz am Westgipfel und ich sehe, dass der Ostgipfel noch höher ist. Der Blick hinüber ist mir genug, weiter hinten steht die Zugspitze klar zu sehen mit ihren Gipfelaufbauten und über schneebedeckte Gipfel blicken wir Richtung Süden. Adolf trägt uns 4 vom DAV BC in das 20 Jahre fassende dicke Gipfelbuch ein, wir tafeln aus unseren Rucksäcken und die Sonne brennt!
Der Abstieg ist ein respekteinflößendes Unterfangen, nur kein Blick nach unten, immer schön die 3 Punkt-Regel und Ruhe bewahren. Es dauert unendlich lange, ich erbitte eine kurze Verschnaufpause, Trinken hält das Hirn klar. Das Geröll ist locker, es knirscht und jeder Tritt bietet dieses Geräusch - und die Helme bewähren sich.
Wir brauchen und nehmen uns Zeit!! Später staune ich, dass der von weitem recht steile massive Felsberg uns gnädig, insbesondere mich, aufgenommen und wieder losgelassen hat. Über die langgezogene steinige Geröllzunge gleiten die müden zum Glück noch trittsicheren Füße abwärts, Auftanken zum Schlußspurt an der Quelle neben dem Kaufbeurer Haus und mit unverminderter Konzentration passieren wir zunehmend schweigsam die immer „niedriger“ stehenden Bänke. Gegen 22:30 Uhr zurück am Parkplatz in BC behindert doch tatsächlich ein Gewitterguss unser Umsteigen ins eigene Gefährt – Alle denken nur noch ans Duschen und den Wunsch, die müden Glieder zu strecken. Danke an Adolf, dass du mir und uns diesen Horizont heute geschenkt hast!

Autor: Christa Bolle

4 Tage Touren bei der Landsberger Hütte

23. Juli 2019 - 28. Juli 2019, Tannheimer Berge.

Spitzentanz und Baden um die Landsberger Hütte
Mit 2 PKWs fuhren wir zu siebt nach Tannheim. Von dort aus schaukelte uns die Neunerköpflebahn bequem auf 1791m. In gemütlichem Auf und Ab und optimalen Bedingungen erstiegen wir das Neunerköpfle, die Sulzspitze und die Schochenspitze und erreichten am Nachmittag die Landsberger Hütte.

Nach dem Zimmerbezug und etwas Pause, packten wir unsere Badesachen und kühlten uns in der unter der Hütte liegenden Lache ab. Auf dem Rückweg zur Hütte wurden wir von einem Teilnehmer über botanische Raritäten am Wegrand aufgeklärt. Die Besteigung der Lailachspitze (2274) am 2. Tag war etwas anspruchsvoller, und 3 Teilnehmer haben Anbetracht der steinigen Rinne auf die 4 Gipfelstürmer auf einem Joch gewartet. Auf dem Rückweg sind noch einige auf den Gipfel der Lachenspitze (2125m) gestiegen. Auch an diesem Tag war wieder Abkülung in der Lache
angesagt. Am 3. Tag ersteigen wir erst die Rote Spitze (2130m) und wanderten über ein Teilstück des Saalfelder Höhenwegs über den Kirchendachsattel zum Schrecksee. Zwei machten noch einen Abstecher zum Kastenkopf. Nach einem abkühlenden Bad im Schrecksee wurde die Runde über die Lahnerscharte wieder zum Saalfelder Weg geschlossen. Nach einem Bad in der Lache, guter Verpflegung und freundlicher Bedienung auf der Landsberger Hütte war auch dieser Tage gut ausgefüllt. Am 4 Tag war nur noch der Abstieg über den Traualpsee zum Vilsalpsee zu bewältigen. Nach einer Einkehr im Gasthaus am See wurde die Fahrt mit dem Bus nach Tannheim und nach Biberach zurück absolviert. Vier wunderschöne Bergtage mit optimalen Bedingungen in den Tannheimern waren zu Ende. Eine Teilnehmerin schrieb: Wir schwammen in 1800 m Höhe an Alpenrosen vorbei und durften auf prämierten Höhenwegen der Tannheimer jeden Gipfel mitnehmen, den unser Wanderherz wollte.

Autor: Monika Schumacher

Wanderreise in den Pyrenäen

26. Juni 2019 - 07. Juli 2019, Pyrenäen in Andorra und im span. Torla.

Der 26. Juni war das Startdatum für 12 Personen um sich auf den Weg in die Pyrenäen zu machen. Mit Bus, Flugzeug und Mitwagen wurde das Quartier in Soldeu / Andorra erreicht. Gleich am ersten Tourentag wurde über den Circ de Tristaina der Pic de Tristaina mit 2876 m erstiegen. Ein herausragender Aussichtsberg der uns das gesamte Panorama der südwestlichen andorranischen Pyrenäen zeigte.

Der nächste Tag brachte eine Erholung. Das Hochtal des Pessons mit bis zu 20 verschieden großen Seen führte uns am Talende bis auf die Collada dels Pessons auf 2792 m. Auf dem Abstieg wurden die Seen bei mehr als 30 Grad auch zum Baden genutzt. Das Zentrum von Andorra war das Ziel des dritten Tourentages. Der Pic de Casamanya alleine im Zentrum von Andorra stehend, ermöglichte schon beim Aufstieg und erst recht am Gipfel auf 2740 m eine ungestörte Rundumsicht über den Kleinstaat Andorra. Nun folgte eine Tour ohne Gipfelanstieg. Durch ein wunderbar blühendes Tal erfolgte der Aufstieg bis auf 2340 m zum Estany de l‘Estanye. Hier konnte geruhsam Pause gemacht und geschwommen werden ehe der Abstieg mit zwischenzeitlicher Einkehr erfolgte. Der letzte Tag in Andorra wurde nochmals richtig anstrengend. Über zwei Seen ging es in recht unwegsamen Gelände, zuletzt im Schwierigkeitsgrad II bis auf den Coll de Noe‘ mit 2710 m. Der angestrebte Gipfel musste wegen Zeitüberschreitung ohne uns auskommen. Die Zeit in Andorra war vorbei und der Wechsel in die westlichen, spanischen Pyrenäen stand an. Unterwegs wurde bei Benasque noch eine kleine Tour im Anblick des Hauptkammes der Pyrenäen unternommen. Hier, von Torla aus, wurden nun keine Gipfeltouren mehr gemacht. Zuerst war der Canon de Anisclo das Ziel. Der sehr stark eingeschnittene Canon wird vom Rio Bellos gestaltet und weist neben einer überraschenden Pflanzenwelt, den imposanten Wasserfällen und den Nistplätzen von mehren Geierpaaren viele Überraschungen auf. Die Königsetappe was die Länge angeht, stand am achten Tourentag an. Mit 23 km Länge und fast 1200 Hm wurde der Weg über die Faja de Pelay zur Herausforderung. Faja‘s sind Höhenwege durch fast senkrechte Felswände die auf natürlichen Felsbändern angelegt sind. In unserem Fall waren der Höhenunterschied nach unten ca. 900 m und nach oben 400 m. Der Rückweg erfolgte im bekannten Valle de Ordesa mit seinen zahlreichen Wasserfälle und den bis zu 1400 m hohen Seitenwänden. Es folgte wieder ein ruhiger Tag der uns die Schönheiten des Valle de Rio Ara und ausreichend Erholung beim Schauen und Plantschen lies. Eine ganz andere Welt eröffnete sich am letzten Tourentag. Pralle Sonne in einem Karstgebiet mit völlig neuer Pflanzenwelt. Der Anstieg führte uns über einen breiten Rücken sehr gleichmäßig bis auf 1958 m Höhe . Hier dann die Überraschung. Wir standen an den bis zu 1000 m abfallenden Steilwänden des Canon de Anisclo. Was nun folgte war ein phantastisches Schauspiel. Bis zu 14 Geier boten uns eine 20 minütige Flugschau, unter uns, auf gleicher Höhe und kurz darauf über 1000 m über uns. Immer wieder begann dieses Spiel von neuem. Ein beeindruckender Abschluss unserer insgesamt 12 tägigen Wanderreise in die Pyrenäen.

Autor: Hermann Schiebel

Bergtour auf den Hönig (Ersatz Galtjoch)

13. Juni 2019, Lechtaler Alpen.
Eine nicht gerade kleine Gruppe macht sich an diesem Morgen in Richtung Lechtal auf den Weg. Aus dem Ursprungsziel dem Galtjoch, wurde der Hönig (2034 m). Der Schnee der da oben im Joch noch liegt, hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie sich dann aber schnell zeigen sollte, nicht im negativen Sinne. Von Berwang / Brand aus beginnt ein etwas mühsamer Anstieg über steiles Grasgelände, von dem man über einen angenehmen Serpentinensteig überraschend schnell auf den flachen Gipfel mit seinem Kreuz gelangt. 

Man kann es kaum glauben, dass man schon oben ist. Vorher aber erlebt man einen üppigen Pflanzenwuchs im Grasgelände. Der Hönig ist ein Gras / Felsberg und gilt als der schönste Blumenberg der Lechtaler Alpen schlechthin. ‘‘Blumerlliebhaber‘‘ und Hobbybotaniker kommen hier voll auf ihre Kosten. Vom Allermannsharnisch (Allium victorialis), dem Bergknoblauch, auch Siegwurz genannt, Knabenkraut, Soldanella, das echte Alpenglöckchen,Alpenanemone, Enziane, Trollblumen und vielfarbige Gräser, über die Schmetterlinge und andere Insekten tanzen, kann man stets dem teils noch schneebedecktem Galtjoch zuwinken und die Zugspitz grüßen. Am meisten Aufmerksamkeit zog wohl der Allermannsharnisch auf sich. Hier konnten es einige Bergfexe nicht lassen, sich näher auf botanikbezogene Erforschungen einzulassen. Nach einer wirklich ausgiebigen Jause mit Blick auf die Lechtaler Berge, steigen wir gemächlich zur Kögeleshütte hinab. Eine urige, schöne Hütte auf einem Almsattel mit sehr netten Wirten. Anschließend an die Hüttenrast beginnt der Abstieg hinab zum Parkplatz und wir machen uns auf zum krönenden Abschluss, dem Wasserfall des Rotlech bei Rinnen zwischen Berwang und Weißensbach. Hier lassen wir uns beeindrucken von imposanten Naturgewalten, um danach den Nachhauseweg anzutreten. Es war ein gelungener, wunderbarer Tag.

Autor: Lisa Raible-Louati